Sonntag, 3. Juni 2007

10.04.07

als der tag noch ein kind war und die kühle, klare luft noch unverbraucht durch meine hungrigen lungen ströhmte hielt ich mein herz fest in den händen. es schlug so warm und kraftvoll, das ich mühe hatte es in seiner lebendigkeit nicht fallen zu lassen. ein leiser wind fuhr durch das feuchte, kühle gras zu meinen füßen wärend ich meinen blick angestengt auf den pochenden körper richtete. meine fingerspitzen schmerzten unter seiner gleichmäßigen bewegung. ich flüsterte meinem herzen zu, dass in wenigen stunden einer dieser lebendig grünen tage dem morgengrauen etwachsen sein würde.
in gedanken hauchte ich etliche jener namen, die ihr mir im laufe meiner geschichte gabt -- kalte namen, kleine zitternde, gefrässig schwere namen. ein heiseres, lautes lachen entwich, einem sandsturm ähnlich, meiner kehle. denn nicht alles was heißt ist wahrhaft bezeichnet!


11.04.07

und die träume haben flügel.

denn die nacht zog längst ins land.

blaues schweres, müdes denken,

aus dem schlund der nachtgestallt.


kleine tropfen fallen träge,

zäh und langsam auf das leben


wärend still mein werden ruht.

nacht dringt in uns,

nacht verschlingt uns --


rau und mühsam sehnt der schlaf,

der im innersten des herzens


sich am stillen quell vergnügt...


und ich wünsch, in samt gebettet,

mir mein kindheitsschloss zurück.

sehnen will ich, sehen muss ich,

was die zeit so schnell verschlang.

ja ich hungre nach dem streben.

siehe, ich zereiss wort nach wort...

um in uns mich selbst zu finden

und den sinn, zog er nicht fort...

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21.03.07

die stunde verschenkt mit offenen augen unser fühlen.

blau-schwarzes leben.

gedanken aus kühlem, nassem lehm erschaffen.

so wird lebendig was im tiefsten starb.

mein märchen, meine zarte rote knospe.

mein wahnsinn.

die stunde verschenkt mit lauschendem ohr unser denken.

blau-schwarzes leben.

gefühle die dem bunten laub meines herbstbaumes ensteigen.

so stirbt was im tiesten sich verbarg.

mein märchen, meine zarte rote knospe.

mein sinn, mein nie enden wollender wahn nach sinn.

immer und immer...

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06.04.07

wir schweigen zu viel...

wir schweigen große löcher in den azurblauen

himmel. es wird mit königlichen gesten und in

herrschaftlichen sätzen geschwiegen.

wäre die welt tatsächlich eine bühne, wäre das leben

wirklich der feder irgendeines kranken, exzentrischen

alten entsprungen würden wir vielleicht erkennen wie

ausgefranst, wie durchscheinend und leer unser

theaterstück an den enden der szenen ist.

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10.03.07

ein glaskasten aus meinen wünschen erschaffen --
endlos klein, kristalklarklar, mit scharfen
kanten versehen.
in all meinen ewigkeiten lebte ich nun in ihm.
immer...
ihr geht vorüber.
ihr greift nach mir.
ihr mordet.
ihr lacht.
ich halte euch den spiegel vor. auf das ihr
selbst wahr sprecht, auf das ihr mir eure
großen starken köpfe leiht.

ein glaskasten aus meinem empfinden ge-

boren -- lärmdemend, schutzbietend.
im rausch einer kopflosen stunde.
im traum eines wachen moments.
in frohlockenden räumen.
durch trügende augen.
lüg ich mich gleich.

ein glaskasten zu mir ekohren -- endlos

schutzbietend.
die angst zeigt uns leer...

Ich

dickflüssiges warmes licht lastete auf meinem körper. es schmiegte sich gleich einem mantel aus weißgold und leben um meine schultern.
dies königsgewand, welches uns bettler des lebens so vortrefflich kleidet, ließ mich für manche augen strahlen. ich hielt eine muschel in den händen, meine fingerspitzen strichen zart über ihre glatte, formvolle oberfläche. leise, melodische töne drangen aus dem inneren des meereskörpers und zahlreiche bunte bilder verließen fortwährend seine schützende hülle.

träume, intensität, die kleinen vergessenen götter hinter der großen, oft grausam plumpen, offensichtlichen realität -- diese
dinge schenken mir mein lachen sowie meine tränen. denn die meisten meiner gefühle entspringen dem blauen ruhelosen quell.

ich umschloss die muschel fest mit meinen erdfarbenen händen,
auf das der strom aus klingenden bildern abrupt zum versiegen kam.


nur zu oft vergesse ich mich in den fabelhaften welten meiner eigenen träumerischen wirklichkeiten. in diesen momenten bin
ich blind für das wesen fast aller menschen. so zerstöhre ich ungewollt egozentrisch und trügend selbstsicher eure gefühle.
es gibt nichts was mein verhalten entschuldigen wird!


meine finger glitten, dunklen,schweren wellen gleich, an der alabasterhaut jener muschel hinab und sogleich entwich ihr eine kaskade wispernder, singender bilder. ich schloss die schweren
augenlieder und war dankbar für die stärke jener, welche mich in jeder meiner metarmophosen und in jedem gewand zu fassen versuchten. denn sie fingen mein schmetterlings-ich
in allen endlosigkeiten.

ich bin dankbar da ich zu lieben vermag!!

03.03.07

ein wind zerrt ungeduldig an den ästen der bäume, der himmel verbirgt sein blau unter einer schicht eisgrauer wolken und in meinen gedanken vollführt das jahr seinen ruhelosen tanz.

stille ist nie vollkommen, du kannst ihr ganzes nicht fassen. so wird sie auf ewig jener unbekannte teil bleiben der in allen dingen wohnt.

heute bin ich ein wenig wie die stille...

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